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100 Porträts - Teil 1 von 4

Die Idee der 100 Porträts kam mir spontan, doch ich fand sie direkt toll. Gerade durch meine Canon 60D konnte ich endlich professionelle Fotos machen. Zusätzlich habe ich mir vorgenommen, fremde Menschen anzusprechen und in ihrer Muttersprache (im Notfall in Englisch oder Zeichensprache) nach einem Foto zu fragen. Gemäß dem Motto: Reisen ist nicht das Aufsuchen von Orten, sondern das Treffen von Menschen und Kennenlernen neuer Bekanntschaften (auf der ganzen Welt).

Zuerst wollte ich gar keine Geschichten dazu erzählen, aber es ergaben sich nun auch mehrere Bekanntschaften, die ich gern als Erinnerung porträtieren wollte. So passt es auch echt gut in die Kategorie "Menschen meiner Reise". 

Ich würde mir von euch eine kurze Einschätzung am Ende wünschen, ob ihr einfach mal 25 Porträts anschauen wollt, ohne ständig Geschichten von mir dazu zu hören, oder ob das für euch so interessanter ist.

Auch hier würde ich mir wieder wünschen, wenn euch dieses Projekt der 100 Porträts gefällt, dass ihr es einfach mal weitersagt oder teilt.

Viel Spaß beim Anschauen dieser wundervollen Gesichter. Und wenn ihr Teil 2 nicht verpassen wollt, könnt ihr euch auch einfach in den Newsletter gaaaaaanz unten eintragen. Easy peasy heutzutage.

 

Danke! Euer Martin

 

P.S.: Kurz noch etwas zum Fotografischen - die Fotos sind größtenteils etwas nachbearbeitet, da ich selber kein Bearbeitungskünstler bin, beschränke ich mich dabei nur aufs Wesentliche. Außerdem sollen die Menschen auf den Porträts genauso natürlich wirken, wie in dem Moment, als ich sie getroffen und fotografiert habe. Zum Bearbeiten benutze ich die App Snapseed auf meinem Smartphone. Snapseed nutze ich schon seit mehreren Jahren und bin mehr als zufrieden mit den tollen Funktionen dieser App. 


1 - Vityea - der Sohn von Sarin, dem das ABOUT THE WORLD in Battambang gehört. Er geht zur Schule, was viel Zeit in der Woche in Anspruch nimmt. Einen Sonntag habe ich ihm und seiner Schwester geholfen, indem ich ihnen erklären konnte, wie man bei TripAdvisor auf Bewertungen reagiert und was sie aus den schlechten Bewertungen mitnehmen und besser machen können. Insgesamt ist es eine unglaublich tolle, sympathische Familie. Es war schön, ihr Gast zu sein und helfen zu können.

2 - Satya - die Tochter von Sarin, die super freundlich und sehr wohl erzogen wirkte. Wahrscheinlich wird sie das Restaurant irgendwann übernehmen. Sie und ihr Bruder konnten recht gut Englisch, was mal sehr angenehm war.

3 - Über Sarin, den Inhaber des ABOUT THE WORLD habe ich ja ausführlicher geschrieben. Seine Geschichte  könnte ihr gerne nochmal in dem Beitrag "Sarin, der Waise" nachlesen. Ansonsten wünsche ich ihm und seiner Familie Gesundheit und Kraft und weiterhin nette Gäste, die das leckere Essen zu schätzen wissen.

4 - Dam, einer der nettesten Taxifahrer hier auf Koh Kood. Er fährt sehr vorsichtig, was bei den Straßen sehr gut ist. Die Taxis in Thailand sind eigentlich nur Pickup-Trucks, die so umgebaut werden, dass ein Dach über die Ladefläche kommt und Sitzbänke eingebaut werden. Meistens sind diese Taxis wundervoll heruntergekommen und bieten viele gefährliche, rostige Ecken und Kanten. Aber das gehört halt einfach dazu.

5 - Ein echter Polizist! Und ich habe mich echt getraut zu fragen, auf Thai! Er war super nett und hat sich wahrscheinlich auch gefreut über diese Ehre. Ich finde es einfach erstaunlich, wie die Leute hier in Uniformen einfach nicht schwitzen, während ich in Badehose daneben stehe und mir den Schweiß aus den Augen wische. Respekt!!

6 - Tuk, ein cooler Rastamann. Ich finde, so richtig thailändisch sieht er gar nicht aus. Leider konnten wir uns gar nicht verständigen. Dafür haben er und seine Frau viel mit Jah geredet. Das hat mich gefreut!

7 - Song, seine Ehefrau. Sie haben beide mehrere Abende im Coffeeat gegessen und meistens war es Seafood. Bin ich ja nicht so der Fan von...


8 - Dieses Porträt ist eines meiner Favoriten. Es ist NICHT bearbeitet! Ich habe auch nur ein einziges Foto geschossen, es war einfach sofort perfekt: seine Augen, wie sie glänzen, seine Haut und das Lächeln. Einfach eine unglaubliche Ausstrahlung, die dieses Porträt ausdrücken kann. Als hätte dieser Mann ganz weise Geschichten zu erzählen.
Getroffen habe ich ihn übrigens beim Songkran (Neujahrs) Fest auf Koh Kood. Dort saßen die älteren Menschen an langen Tafeln und die Besucher sind vorbeigegangen und haben Wasser über die Hände gegossen. Damit sollte das alte Schlechte abgewaschen werden und es wurde viel Glück und Gesundheit fürs kommende Jahr gewünscht. Es war eine sehr tolle Erfahrung.

9 - 3 Kids, die einige Male ins Coffeeat kamen und ein Eis essen wollten.

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12 - Ein Schwager von Jah, deren Familie ich bei einer Ehrenfeier in Klong Yai traf. Er hat uns dann noch, gemeinsam mit Jahs Schwester, nach Koh Kood begleitet und zwei Tage beim Aufräumen und Saubermachen geholfen. Er war irgendwie cool drauf, auch wenn ich davon nicht direkt etwas mitbekommen habe. Er konnte nur vereinzelte Wörter auf Englisch. Ich fand seine Mütze und Brille sehr stylisch. Was mir auch immer wieder auffällt, sind die Halsketten, von denen er auch eine trägt. Die Anhänger, von denen es viele verschiedene gibt, haben eine bestimmte Funktion, die ich aber noch nicht herausgefunden habe.

13 - Ebenfalls ein angeheiratetes Familienmitglied aus Jahs Familie. Ich kann nicht wirklich etwas über ihn erzählen. Ich fand sein Gesicht einfach markant und wollte halt ein Porträt von ihm machen. Einfach mal in sein Gesicht schauen und sich fragen, was er wohl so aus seinem Leben erzählen würde.

14 - Don Kao, klingt wie ein ganz gefährlicher Drogenbaron, ist aber ein sehr niedlicher Junge, ebenfalls aus Jahs Familie. Er hat mich entdeckt und ist die ganze Zeit nicht mehr von mir gewichen. Mit den drei Worten, die er auf Englisch konnte, hat er aber auch wirklich versucht, mit mir zu kommunizieren. Das fand ich mutig. Wir waren im Minipool schwimmen, kurz mit anderen am Meer und er war super fleißig und hat beim Kochen mitgeholfen.

15 - Ing, die Tochter einer Freundin der Familie, die ebenfalls auf der Feier und später mit bei uns beim Zuhause von Jahs Schwester war. Sie hat mir sogar am Abend - ganz plötzlich - einen Kuss auf die Wange gegeben. Ihr Lächeln war einfach so entzückend, dass ich gar nicht anders konnte, als es auf einem Porträt festzuhalten. Sie hat viel zusammen mit Don Kao gespielt und ebenfalls beim Kochen mitgeholfen.

16 - Ebenfalls ein Mitglied in Jahs Familie, die in Klong Yai lebt. Ich finde, dieser Mann sieht überhaupt nicht asiatisch aus. Und was ich noch interessanter finde. Er ist Chinese. Deshalb hütet er auch den chinesischen Tempel in der Stadt und hat uns eine kleine Führung angeboten. Im Tempel haben wir Räucherstäbchen angezündet, an den Altären in Sandvasen gesteckt und unausgesprochene Wünsche formuliert. Dann haben Jah und ich in einem Gefäß befindliche Holzstäbchen geschüttelt, sodass sich eines durch die Schüttelbewegung herausgestoßen hat. Wenn es herausfällt, kann man die Nummer erkennen und an einer Tafel nachschauen, was dieses "Stäbchenorakel" weissagt. Bei mir stand, ich müsse auf das richtige Glücklich sein noch eine Weile warten. Die richtige Partnerin würde aber auch bald kommen. Ich finde es erstaunlich zutreffend, da ich durch meine Verletzung Geduld üben musste und wahrscheinlich auch noch eine Weile Vorsicht walten lassen muss. Selbstfindungstechnisch bin ich auch noch auf dem Weg. Und wegen der Partnerin mache ich mir keine Sorgen. Es wird sich alles fügen, da vertraue ich drauf.

17 - Pong, du kleiner Masochist. Sieht eigentlich aus wie ein normaler, junger Mann. Vom Alter sowieso immer schwer zu schätzen, aber das mag ich so an den Thais. Wahrscheinlich durch das scharfe Essen und das Vermeiden von direkter Sonneneinstrahlung bleiben sie, zumindest äußerlich, lange jung. Mir ist auch aufgefallen, dass der Anteil an Rauchern deutlich geringer ausfällt als in Deutschland. Wollte ich nur mal erwähnt haben.

Jedenfalls gibt es zu Pong ja auch schon eine Geschichte, nämlich von seiner Wunderheilung an meinem Fuß. Ich sehe ihn immer noch jedes Mal lächeln, während er sagt: "Pain? Good, good!" Er war übrigens nicht der einzige, der mir solche Schmerzen zufügen durfte. Eine andere Person werde ich euch im Teil 2 vorstellen.

An dieser Stelle möchte ich ihm trotzdem nochmal für alles danken. Er war eine interessante Bekanntschaft.


18, 19 - Sohn und Vater, beide gehören zu Jahs Familie. Diese fünf haben uns für drei Tage im Coffeeat besucht. Wir waren mit ihnen am Wasserfall und im Meer baden. 

Der Vater ist aus Kambodscha und während des Krieges als kleiner Junge über die Grenze geflüchtet. Dort wurde er von Jahs Familie wie ein leibliches Kind/leiblicher Bruder aufgezogen. Nachfolgend noch die zwei Töchter und die Mutter dieser Familie.

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23 - Dieser kleine Knirps hat einfach auf der Schaukel an einem Resort auf Koh Kood abgehangen und ich fand ihn irgendwie frech und ein bisschen draufgängerisch. Er hat dann auch gleich gepost und sein tollstes Lächeln aufgelegt, nachdem ich ihn auf Thai gefragt habe, ob ich ein Foto von ihm machen darf. Ich finde, das Winnie-Pooh-Shirt rockt einfach alles. Hahaha

24 - Diese zwei jungen Schönheiten traf ich in Klong Yai, als ich für eine Fototour mit Jah durch die herrliche Kleinstadt lief. Sie standen an der Ecke eines Beautysalons, in dem ihre Mama arbeitete. Als Jah kurz hineinging, um ein bisschen zu schwatzen, verschwanden die beiden im Hinterzimmer. Ich konnte aber sehen, dass sie direkt an den Handys hingen und etwas bei Youtube anschauten.

Beim Verabschieden fragte ich dann, ob ich nicht doch noch ein Foto von den beiden machen könnte. Und da kamen sie dann auch etwas schüchtern zurück. Als ich dann zum Fotografieren bereit war, posten sie auf einmal drauf los, dass ich mir direkt wie in einem offiziellen Shooting vorkam. Auf diesem Foto hält sich die Kleinere noch etwas zurück, ich habe es aber gewählt, weil dieses Zusammenspiel aus selbstbewusstem Posen und anfänglicher Schüchternheit so gut erkennbar ist.

25 - Zum Schluss mein absoluter Kinderporträt-Favorit. Nicht nur, weil Naan da steht, als wäre es total easy vor einer Kamera zu posieren. Nein, auch, weil sie am Abend zuvor auf mich zugerannt kam und hochgehoben werden wollte. Sie rief einfach nur "Falang" und ich wusste: "Wow, ich bin eine Attraktion, einfach nur, weil ich nicht Thai bin." Als sie so auf meinem Arm saß an diesem Tag, hatte ich sie gleich in mein Herz geschlossen. Und am nächsten Morgen verstärkte sich das Gefühl noch, weil ich ihr ins Gesicht blickte und in mir den Wunsch spürte, ein ebenso aufgewecktes Mädchen als meine eigene Tochter zu haben. So stark habe ich das noch nie gespürt, aber Naan hat es einfach aus mir herausgeholt. Ich erfuhr, dass sie Geburtstag hatte, machte noch ein Erinnerungsvideo und ließ sie dann - mit einem großen Partyhut auf dem Kopf - wieder zu ihrer Familie gehen. Meinen Wunsch für sie habe ich leise zu mir selber gesprochen und hoffe natürlich auch jetzt noch, dass sie gesund bleibt und das im Leben bekommt, was sie braucht, um glücklich zu werden. Alles Gute, Naan! Als Geburtstagsspezial gibt es noch ein zusätzliches Foto:


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Kommentare: 2
  • #1

    Jana (Samstag, 19 Mai 2018 12:55)

    Mir gefallen diese Fotos sehr gut, denn ich bin neugierig, wie Erwachsene und Kinder in anderen Ländern, die du bereist, aussehen. Dass du darunter noch etwas dazu schreibst ist für mich echt toll. Man kann sich dadurch gut vorstellen, wie das Foto entstanden ist. Porträts von Menschen , die man kennt oder mit denen man geredet hat sind doch noch viel schöner.... wenn man dazu eine Geschichte zu erzählen weiß . :)

  • #2

    Bianca (Mittwoch, 23 Mai 2018 15:32)

    Endlich! Bei Instagram fehlte mir immer irgendwie die Tiefe bzw. die Geschichte, wie du zu deinen "Gesichtern" kommst. Es war sehr interessant zu lesen, was die einzelnen Portraits wenn auch kurz zu erzählen haben. Und wenn ich das so sagen darf, hast du ein gutes Auge sogar Fremde in ihrer Persönlichkeit abzubilden, das können nicht viele. Ich freue mich schon auf Teil 2! :)