· 

Erste Eindrücke

Die Fahrt zum Flughafen Schönefeld

Am vorigen Abend habe ich noch alles ordentlich zurechtgelegt, doch das half auch nicht bei dem, was uns am Morgen danach passiert ist. Zuerst sind mein Bruder und ich eine halbe Stunde zu spät aufgewacht (5:30 Uhr), sodass uns nur noch 10 Minuten zum Anziehen, Sachen schnappen und losfahren blieben. Noch recht pünktlich kamen wir bei meiner Mutter an, die mich mit verabschieden wollte. Doch auf einmal streikte die Autobatterie und es half gar nichts mehr. Der ADAC wurde gerufen, sollte aber über eine Stunde brauchen, bis er kam. In der Zeit kam meine Freundin auch noch dazu, da wir sie nicht abholen konnten. Gemeinsam schauten wir mein Abschiedsvideo, das von meinem Bruder Stefan angefertigt wurde. Ich hoffe, ich kann es euch bald auf meinem Youtube-Kanal präsentieren.

Da der ADAC nicht pünktlich kam, mussten wir das Auto meiner Mama nehmen, um noch rechtzeitig zum Flughafen zu kommen. Auf der Fahrt ist dann nichts weiter passiert und unsere Herzen konnten sich wieder etwas von der frühen Aufregung beruhigen. Am Flughafen gab es am Check-Inn aber bereits die nächste Hürde zu überspringen: Ich bekam erst ein Ticket, wenn ich eine Weiterreise innerhalb von 30 Tagen vorweisen konnte. Mit einem leichten Schock, ich könnte eventuell gar nicht erst losfliegen, buchte ich einfach ein Busticket für den 1. März, an dem ich nach Kambodscha reisen werde.

Der Abschied fiel echt schwer und ich realisierte nun endlich, dass ich nicht mal eben kurz ein paar Tage weg sein werde, gleich nebenan, sondern dass ich meine liebsten Menschen nicht so schnell wiedersehen werde. Trotz allem war ich positiv gestimmt und freute mich auf das Kommende. Ich danke meiner Familie und Freundin für den liebevollen Abschied, ich habe mich sehr gefreut, dass ihr da wart!

 

Die Flüge

Der erste Flug führte nach Oslo und ich muss schon sagen: Das letzte Mal bin ich vor über 10 Jahren geflogen, hatte also keine Erinnerungen mehr daran, wie sich das Fliegen anfühlt. Als wir starteten war da eine Menge Aufregung in meinem Körper, auch ein wenig unbegründete Angst, doch als ich sah, wie die Räder abhoben und sich der Boden unter uns immer mehr entfernte, war das ein unglaublich schönes Gefühl. Noch eindrucksvoller war das Auftauchen. Warum "Tauchen"? Ich nenne es so, weil es sich so angefühlt hat, als das Flugzeug von unten die Wolkendecke durchbrach. Es war, als würde man durch die Wasseroberfläche brechen, um endlich wieder Luft zu bekommen. Über den Wolken schien mir die Sonne entgegen. Mir wurde direkt klar, dass die Sonne eigentlich immer scheint. Nur durch eine dünne Schicht Wolken wirkt alles so grau und dunkel, doch wenn man nicht vergisst, dass die Sonne immer scheint, dann kann man sich ja genau an diesem Gedanken festhalten um sich Mut zu machen oder zu motivieren.

Beim Ausstieg lernte ich direkt jemanden aus Dresden kennen. Es war ein interessantes Gespräch, vor allem, weil er mit 22 schon über ein Jahr in Thailand gearbeitet hat. Diesmal will er aber eher Urlaub machen, in Bali und im Norden von Thailand. Ich habe mich sehr gefreut, dass er mir viele Tipps gab und auch die ersten thailändischen Wörter beibrachte.

 

Der zweite Flug, von Oslo nach Bangkok, war recht lang, doch das Entertainment-Center, das den Fluggästen die Langeweile vertreiben soll, hat ganz gut funktioniert. Man konnte in Echtzeit nachverfolgen, wie hoch und wie schnell der Airbus flog. Es wurde die Fluglinie angezeigt und es gab verschiedene Möglichkeiten, sich den Globus anzuschauen. Darüber hinaus konnte man sich Filme aussuchen, Spiele spielen oder direkt vom Platz aus Essen und Getränke bestellen.

Es war ein schöner Moment, die Sonne hinter uns untergehen und kurz darauf vor uns wieder aufgehen zu sehen. Was ich besonders mochte, waren die Lichter in der Dunkelheit, überall verstreut auf der Erde, kleine Anzeichen von Leben und Hoffnung.

 

Bangkok (Flughafen & Hotel)

Angekommen am Bangkok Flughafen Suvarnabhumi, der sich im Osten der Stadt befindet, hatte ich gar keine Ahnung, was nun zu tun war. Immigration, Baggage Claim? Sollte ich zuerst meinen Rucksack holen, dann das Visum? Ich stolperte etwas hin und her, rannte dreimal an verschiedene Schalter, bis mir endlich jemand sagte, dass ich als Deutscher einfach nur zur Passkontrolle gehen muss. Das einzige, das man als Deutscher benötigt, ist ein schmaler Zettel (ähnlich wie ein Mini-Visum). Mein Rucksack war dann auch schon auf dem Laufband zu finden und ich konnte weiter zum Ausgang. Doch hier sah ich erstmal überhaupt nicht durch. Wohin ging es zu den SkyTrains? Oder Bussen? Aber ich machte mir keinen Stress, da ich genug Zeit hatte. Und mit ein paar Mal nachfragen, fand sich dann auch der Zugang zu den Zügen. Es fühlte sich etwas komisch an, in eine Bahn zu steigen, ohne genau zu wissen, wo ich aussteigen musste. Aber auch da fragte ich jemanden, sodass ich an der Endstation ausstieg und mit einem Tuk-Tuk zum Democracy Monument gebracht wurde. Von dort fand ich recht schnell mein Hotel, durfte auch genauso schnell einchecken. Ich konnte endlich meine Sachen wechseln. Meine alte Winterjacke habe ich einfach in den Müll geschmissen. Mein Zimmer ist klein, aber fein. Leider hat es kein Fenster nach draußen, aber so wichtig war mir das Zimmer nicht. Ich freue mich auf das Frühstück morgen.

Parallelstraße zur Khao San Road
Parallelstraße zur Khao San Road

Khao San Road

Da mein Hotel nicht weit von der Khao San Road entfernt liegt, habe ich mir gleich meinen Tagesrucksack geschnappt, ein paar Sachen eingepackt und bin losgelaufen. Ich wollte mir auf jeden Fall eine Simkarte für Thailand holen. Nun bin ich wieder zurück und habe mir auch gleich noch 3 Achselshirts, ein T-Shirt und eine kurze Hose sowie eine Backpacker-Hose gekauft. Die Sachen mussten sein, da ich kaum etwas mitgenommen habe. Ich wollte meine Reise mit neuen Klamotten beginnen, die ich nicht mit Deutschland in Verbindung bringe. Die Simkarte gab es für umgerechnet 12 € und hat 1GB Datenvolumen für 30 Tage. Also ganz ok.

 

Weitere Pläne

Ich habe erstmal nichts weiter geplant, bin müde und will erstmal duschen. Ich glaube morgen werde ich mal eine Bootstour auf dem Fluss machen oder mir einen Tempel anschauen. Aber das entscheide ich erst später.

 

Ich hoffe, euch gefällt der kurze Einblick in den Start meiner Reise. Wenn ihr Fragen habt, oder einfach nochmal etwas genauer wissen wollt, schreibt in die Kommentare. Bis demnächst,

 

Euer Martin

Kommentar schreiben

Kommentare: 5
  • #1

    Stefan (Donnerstag, 08 Februar 2018)

    Toll geschrieben und die ersten Fotos sind auch echt cool! Bin gespannt auf mehr!

  • #2

    Andreas (Donnerstag, 08 Februar 2018 19:32)

    Hallo Martin, ich freue mich, dass der große Sprung bis Bangkok gut geklappt hat, auch wenn es Komplikationen gab. Du hast schön geschrieben, man kann sich alles gut vorstellen. :) Komm nun erst mal richtig an und genieße das Land und die Menschen. LG von Andreas

  • #3

    Lui (Donnerstag, 08 Februar 2018 20:29)

    Was für ein Start! Aber hey, jetzt bist du da und kannst deine Freiheit genießen!
    Übrigens tolles Abschiedsvideo!

    Fühl dich gedrückt!
    Deine Lui :)

  • #4

    Ireen (Freitag, 09 Februar 2018 17:16)

    Dein Abschiedsvideo ist echt mega lustig und Stefan hat es mit dem Ganzen Dreh geschafft, dass mir da auch die Tränen kamen.
    Cool, dass doch die Reise erst mal gut geklappt hat und du gut angekommen bist.

    Auf den Fotos sieht das Leben dort so mittendrin schon stressig aus. Wie erlebst du den Verkehr und das Treiben?

  • #5

    Martin - malebenleben (Sonntag, 11 Februar 2018 08:37)

    Hallo Ireen,
    Ich hoffe, du liest das hier.
    Der Verkehr ist das Verrückteste, was ich hier bisher im Alltag der Thais erleben durfte. Ich werde darüber einen eigenen Eintrag schreiben. Ist einfach zu witzig. Habe aber noch keinen einzigen Unfall gesehen.

    Liebe Grüße aus Bangkok,

    Martin