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Das Paket ins Nirgendwo

Manchmal muss man etwas Kostbares aus den Händen geben, es dem Lauf der Dinge überlassen und hoffen, dass alles gut wird.“ M.B.

 

Gestern habe ich mein heiß ersehntes Paket erhalten. Ihr wisst nicht, wie viele Nerven die Planung für die Sendung in Anspruch genommen hat. Es begann bereits vor Wochen. Erstmal wollte ich es nach Thailand schicken lassen, da ich dort bereits Leute kannte, die mir eine Adresse anboten, an die ich das Paket senden durfte. Als ich die Grenze nach Kambodscha überquerte, verlor ich allerdings die Lust, nur für ein Paket ein zweites Visum (da Grenzübertritt) zu kaufen und den ganzen Stress nochmal zu erleben, gerade mit meinem Fuß fast ein Ding der Unmöglichkeit. In Kambodscha gab es ein viel größeres Problem: Dieses Land hat keine Adressen – wusstet ihr das? Und die Postzentren nehmen das mit den Paketen auch nicht so ernst. Nach wenigen Tagen fuhr ich von Siem Reap nach Battambang und hatte bisher nur ein Postamt in Siem Reap als Anlaufstation. Doch es war einfach uneffektiv, ganze 4 Stunden hin und dieselbe Zeit nochmal zurückzutuckern auf einem viel zu engen Sitz in einem der Linienbusse (immer noch mein Fuß!). Mittlerweile glaubte ich gar nicht mehr daran, dass es überhaupt noch ankam, während ich in Kambodscha war, aber es war wichtig, dass der Inhalt rechtzeitig ankam. Der Inhalt war eine Kamera, ein Objektiv und Geburtstagsgeschenke (für den 1. April, kein Scherz! Oder doch?) Es ging also auch um viel Geld. Die Aussichten waren mehr als schlecht. Bis ich in Battambang den Hotelservice fragte und ich endlich eine gescheite Möglichkeit sah, zumindest eine Adresse angeben zu können. Ob es in der Stadt ankommen würde, war weiterhin unklar.

Was soll ich sagen: Meine Familie hat sich für Express-Versand entschieden und es kam nach gerade mal 4 Tagen in Battambang an (an einem Busterminal). Ich war unendlich glücklich und freue mich immer noch sehr, denn die Geschenke packe ich erst zum Geburtstag aus. Es ist so schön, etwas aus der Heimat zu bekommen. Nun kann ich behaupten, dass meine Kamera bereits über 8000 Kilometer gereist ist und ich suche noch nach einem passenden Namen für ihn (ja, ein Er). Ich danke meiner Familie, meiner Freundin und ihrer Familie für all die Mühe, die stundenlangen Absprachen und die Einfälle, um mir eine Freude zu machen. Ihr seid der Beweis, dass man auch ohne Wohnung mitten im Nirgendwo ein Paket erhalten kann. DANKE!

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Kommentare: 1
  • #1

    Jana und Andreas (Sonntag, 01 April 2018 08:32)

    Happy Birthday to you... :) :) :) Feier schön, werde gesund und genieße dein Leben, neue Erfahrungen und das Zusammensein mit den verschiedensten Menschen.
    LG von uns. Wir denken an dich und stoßen heute auf dich an.