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Der Higway des Todes

"Auf Reisen vertraut man sehr oft wildfremden Menschen einfach so sein Leben an." M.B.

 

Wir fahren 30 Kilometer auf einem Motorroller. Zu zweit, mit meinen Krücken in der Hand. Auf meinem Kopf ein schützender rosa Helm, der vom Fahrtwind dauernd wegrutscht. Das Moped zeigt nicht mal die aktuelle Geschwindigkeit an, der Zeiger bleibt beharrlich auf der "0" stehen. Normalzustand in Kambodscha. Wir fahren auf der wohl gefährlichsten Straße in diesem Land. Warum? Hier machen die schweren Transporter, die ihren straffen Zeitplan einhalten müssen, keinen Halt vor Motorrollern, die ihnen im Weg sind. Auf den Straßen Kambodschas ist ein Menschenleben nur 2200$ wert. So viel bezahlt man nämlich, wenn man einen Verkehrstoten verschuldet. 

Bei jeder Unebenheit laufe ich Gefahr vom Moped zu fallen, ich halte mich ja nur mit einer Hand fest. Juan erklärt mir während der Fahrt noch einige Dinge übe Kambodscha, trinkt dabei einen Kaffee und weicht entgegenkommenden Autos aus, die trotz Gegenverkehr einfach überholen. Eine Leichtigkeit für ihn. Autos blinken dauerhaft links, um den anderen zu signalisieren, dass die Fahrbahn frei zum Überholen ist. Dabei ist gar nicht frei. Hier haben Blinker keinen Sinn, stelle ich fest. Nach einer gefühlten Ewigkeit und leicht wackeligen Beinen erreichen wir das Hotel, in dem ich ein paar Tage bleibe, um mich (mein Bein) zu erholen.

Eigentlich war es gar nicht so schlimm. Nur neu...

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