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Die Bremerbrüder - 2 Wochen Malaysia - Teil 4

Alle guten Dinge sind drei

Ich möchte nicht nur von unserem zweiten Tag auf Penang und in George Town berichten. Es sind nämlich 3 sehr interessante und unvergessliche Dinge geschehen an diesem Tag. Neben wunderschöner Streetphotography gibt es also auch 3 Höhepunkte unseres Tages in dieser Weltkulturerbe Stadt George Town auf der Insel Penang im Norden Malaysias. Neben wilden Affen und Echsen, denen wir im Nationalpark begegneten, trafen wir in der City auf einen bärtigen Mann, der uns eine unglaubliche Geschichte erzählte. Am Ende dieses heißen Tages wollten wir eigentlich nur ein schönes Sonnenuntergangsfoto in der Innenstadt machen, doch ganz spontan sahen wir Kinder Fußball spielen und änderten unseren Plan.

Magische Begegnung mit Makaken

Der Penang Nationalpark ist winzig und unser Plan war, Affen am Affenstrand zu fotografieren. Doch schon am Eingang wurde uns gesagt, der Weg dorthin wäre gesperrt. Und auch hier war der Hängebrückenpfad geschlossen. Eine Bootsfahrt zum Strand hätte zu viel gekostet, sodass wir erst einmal überlegten, was wir nun machen wollten. Nach einem Gespräch mit einer netten Dame entschieden wir uns, einfach ein wenig in den Park zu laufen und zu sehen, was uns erwartete. Das war eine sehr gute Entscheidung!

Denn schon nach wenigen hundert Metern sahen wir eine riesige Echse über den Strand direkt auf ein paar Vögel zulaufen. Wir hatten unsere Kameras im Anschlag und wollten uns das Spektakel nicht entgehen lassen. Doch die Echse war nur auf einen riesigen Fisch aus, der angespült wurde. Trotzdem ein tolles Erlebnis. Dann ging es direkt weiter und als wir eine Brücke erreichten, sahen wir schon einen dicken Affen dort auf uns warten. Als wir näher kamen, schien dieser aggressiv zu werden und kam uns sehr nahe - zu nahe! Sein Blick fokussierte meinen Rucksack und dann realisierte ich auch, warum: An der Seitentasche lugte das Ende einer Banane heraus. Wow, wie konnte er das sehen? Oder riechen? Wir warfen ihm die Banane zu und sogleich wurde er ganz lieb und aß sie auf.

Jedoch geschah gleich ein paar Meter hinter der Brücke etwas, das wirklich einen bleibenden Eindruck in uns hinterließ: Affen hüpften nun überall herum, und als Stefan sich bückte und sie fotografieren wollte, kamen sie auf ihn zu und berührten total neugierig sein Kameraobjektiv.

Auf einmal Reporter

Wir entdeckten noch weitere Riesenechsen, die sich an einem riesigen Fisch zu schaffen machten und wir fanden auch eine Seilbrücke. Aber auch diese war gesperrt. Also machten wir uns bald auf den Rückweg nach George Town. Dieses Mal nutzten wir den Bus und bezahlten gerade mal einen winzigen Betrag für 1 Stunde Busfahrt. Kurz, nachdem wir ausgestiegen waren und bei brütender Hitze die Straße ins Zentrum entlangliefen, trafen wir einen bärtigen Mann, der entspannt an einem Baum lehnte. Ich fragte ganz einfach nach einem Porträt, dass auch in meinem Teil 4 meiner 100 Porträts untergekommen ist. Dann fing er aber an, auf uns einzureden. Erst verstanden wir in seinem spärlichen Englisch gar nicht, was er sagen wollte. Doch recht schnell wurde uns klar, dass das nach einer verrückten Story klang. Mehr dazu in meinem Porträt-Beitrag, der bald erscheint.

Jedenfalls fühlten wir uns wie Reporter, die eine brisante Geschichte enthüllen. Wer weiß, was daran wahr ist und was nicht. Ich freute mich jedenfalls über solche Begegnungen, die mir auf meiner Reise immer wieder widerfahren sind, vor allem auch durch mein Portrait-Projekt, bei dem ich Leute nach einem Foto frage.

Aufgrund der Hitze fiel es uns nicht leicht, so weit zu laufen und energetisch und agil durch die Straßen zu hüpfen. In der Zeit nach diesem Aufeinandertreffen mit dem alten Mann machten wir uns dann auf in eine Mall, die von innen auch sehr verrückt war. Später aßen wir noch leckeres Sate Ayam (Hühnchen an Spießen - eine delikate Spezialität in Indonesien und Malaysia) und als es langsam dunkel wurde, liefen wir immer noch planlos durch die Stadt. Planlos, aber nicht gelangweilt. An jeder Ecke wartete ein anderes Fotomotiv und wir spornten uns gegenseitig an, weil jeder von uns auf seine Weise die Stadt portraitierte.

 

Dann gelangten wir an einen Fußballplatz.

Sport am Abend

Hier spielten Kinder Fußball, fuhren mit ihren Fahrrädern umher und ein paar junge Mütter saßen am Rand und schauten ab und zu auf. Wir montierten unsere Zoomlinsen und schossen mindestens genauso drauf los, wie die Jungen und Mädchen den Ball ins Tor. Es hat extrem Spaß gemacht, Sportfotografie auszuprobieren. Ein paar Bilder sind richtige Action-Fotos geworden. Zum Ende hin, als die Sonne bereits den Horizont streifte, legten wir unsere Ausrüstung beiseite und schossen dann gemeinsam mit den Kindern den Ball durch die Gegend. Ich fand es wundervoll, wie die Jungen auch die Mädchen (mit Kopftuch) mitspielen ließen. Immerhin sieht man das ja auch nicht mal oft in Deutschland, dass die Jungs mit dem weiblichen Geschlecht den Ball teilen.

Der Schweiß rann uns nach wenigen Minuten die Schläfen hinunter und viele der Kids mussten nach Hause. So kickten wir die letzten Male, bis wir uns verabschieden mussten und uns auf den Weg zum Flughafen machten. Es war ein sehr besonderes Erlebnis. Sehr intensiv und sehr nah mit der Kultur dieses Landes in Kontakt zu sein. Für mich ist das der Reisealltag. Für meinen Bruder war das sicherlich eine ganz besondere Zeit.

 

Im Grab-Auto zurück zum Flughafen sehen wir in leuchtendem Lila die letzten Sonnenstrahlen am Himmel und ich kann es nicht lassen und frage, ob wir für ein paar Fotos kurz anhalten können.

 

In meinen Augen hat es sich gelohnt, auch, wenn der Ort nicht perfekt war. Was sagst du?

 

Alles in allem war Penang eine sehr geniale Zeit und dass mein Bruder Stefan zusammen mit mir reisen konnte, dass wir über so vieles reden und lachen konnten, und dass wir uns vom Leben einfach leiten ließen, das werde ich niemals vergessen. Penang ist eine Reise wert, genauso wie viele Teile Malaysias.

 

Danke fürs Lesen und vergiss nicht, in meine anderen Beiträge zu schauen, in denen es genauso interessante und beeindruckende Geschichten zu lesen gibt.

Auch in meinem Portfolio darfst du dich umschauen!

Was für ein schöner Ausklang für diesen erfolgreichen Tag
Was für ein schöner Ausklang für diesen erfolgreichen Tag

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