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Koh Mak, Mango & Soya

Wenn du diese Überschrift liest, fragst du dich wahrscheinlich so einiges. Ich möchte in diesem Blogeintrag von einem kurzen Abschnitt meiner Reise durch Thailand berichten. Koh Mak ist nämlich eine kleine Insel im Osten Thailands und liegt zwischen Koh Chang und Koh Kood (auch Koh Kut geschrieben). Da ich eher als erwartet aus Lamnarai abgereist bin, ergab sich die Chance, 3 Übernachtungen auf dieser Insel zu buchen. Der Transport von Bangkok nach Koh Mak hat sich sehr stressig angefühlt, 5h in einem Touri-Bus, in dem es nach Urin roch, waren etwas lästig und der Übergang vom Bus zur Fähre war nach einem straffen Zeitplan organisiert – und organisieren können die Thailänder gut, aber auf ihre Weise.

Auf Koh Kut angekommen, fand ich mein Bed&Breakfast Hostel ohne Probleme, checkte ein und bemerkte gleich ein süßes Mädchen, keine 6 Jahre alt. Zuerst räumte ich aber meine Sachen in dem nicht ganz so sauberen Schlafsaal ein und erkundete das Bad und den Rest. Dann ließ ich mir erstmal ein Rotes Curry mit Reis schmecken. Die Sportsbar, zu der das Hostel gehört, gehört einem Deutschen und neben ein paar Thais arbeiten in der Bar auch zwei Deutsche. Einer von ihnen heißt Mango und wohnt mittlerweile seit 3 Jahren in Thailand. Dorthin gekommen ist er eher durch einen tragischen Vorfall, der wohl irgendwann auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wird. Seit er in Thailand wohnt, hat er keine Versicherung und sonstigen Sicherheiten. Trotzdem liebt er das Leben auf dieser beschaulichen Insel. Das merkt man an der Art, wie er mit den Gästen umgeht. Und wir hatten sogar ein tiefgründiges Gespräch an einem der Abende. Er ist ein positiver Mensch und gibt seine Energie an viele andere Menschen weiter. Ich bin mir sicher, dass er immer wieder gutes Karma zurückbekommt.

 

Ich bin mit Mango mehrmals gemeinsam über die Insel gecruist, entweder, weil wir etwas unternommen haben (Essen, Trinken gehen) oder weil er anderen die Haare schneiden wollte (er ist früher Friseur gewesen). Wir waren auch einen Tag schnorcheln. Und obwohl es nur etwa eine halbe Stunde war, haben wir trotzdem einen Rochen, einen riesigen Kugelfisch, viele faustgroße Muscheln und mehr gesehen. Wir haben auch mit Neugier einen Adler beim Fischen beobachtet. Es hat sich viel besser angefühlt, als in einem Zoo eingesperrte Tiere anzuschauen. Es war aufregend und echt. Leider habe ich mir einen Sonnenbrand eingefangen, obwohl ich mich gerade mal ein paar Minuten in die Sonne gelegt habe. In Zukunft muss ich die asiatische Sonne ernster nehmen!

Es dauerte nicht lang, bis ich auf dieser ruhigen Insel selbst zur Ruhe kam. Ich suchte mir immer wieder neue Strände, schaute kurz bei einer Muai Thai Schule vorbei und entspannte in der Hängematte. Besonders schön fand ich das Essen (siehe Foto). Einmal jedoch habe ich etwas Falsches bestellt und fand das sehr eklig: Fried Chicken Tendons, was auf Deutsch „Frittierte Hühnersehnen“ heißt. Es hat sich angefühlt, als würde man Knorpel essen und das ist etwas, was ich gar nicht mag. 

Dann gab es da noch Soya. Soya war ein 5-jähriges thailändisches Mädchen, die Tochter der Bedienung in der SportsBar. Schon gleich bei der Anreise fiel sie mir auf. Eine total süßes Mädchen, energievoll, schlau und neugierig. So habe ich sie eingeschätzt. Sie konnte sogar schon ein bisschen Englisch. Es machte so viel Spaß, sie zum Lachen zu bringen. Ihr Lächeln war eines von denen, das wie von ganz allein anderen Menschen ein Lächeln schenkte. 

Leider hat sie sich in der Bar als einziges Kind sehr gelangweilt, was dazu führte, dass sie ständig am Handy hing und irgendwelche Spiele darauf spielte. Das fand ich etwas traurig, weil ich mir vorstellen konnte, dass in ihr großes Potenzial steckte. Am letzten Tag habe ich ihr Paracord gezeigt und 2 Anhänger sowie ein winziges Armband gebastelt. Sie hat sich sehr gefreut. Übrigens war sie sehr stolz darauf, mir eine selbstgebackene Pizza servieren zu können. Soya ist ein Sonnenschein und ich bin froh, so ein süßes Kind kennengelernt zu haben. Am meisten habe ich übrigens geliebt, wenn sie zu Musik getanzt oder gesungen hat, das war unglaublich süß und echt!

Insgesamt hat mir Koh Mak sehr gut gefallen. Die Leute sind wirklich ausgesprochen nett und hilfsbereit. Hier ist der Tourismus zwar schon angekommen, aber hält sich bisher noch in Grenzen. Die Preise sind total in Ordnung. Man muss auf der Insel keine Angst haben. Die Strände sind wunderschön anzusehen und geben den Besuchern ein tolles Paradiesgefühl. Nur an weniger belebten Stränden häuft sich der Müll, der laut Mango und anderen, von Kambodscha angespült wird. Auf Koh Mak gibt es übrigens einen Service (Trash Heroes), bei dem Besucher die Insel und besonders die Strände freiwillig säubern können. Wenn ich mal wieder auf die Insel kommen sollte, werde ich da mithelfen.


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Kommentare: 1
  • #1

    Lui (Mittwoch, 21 Februar 2018 07:48)

    Schön deine Begeisterung zu lesen!
    Viel Spaß weiterhin und genieße es :)