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Selbstdiagnose Depression

Zuzugeben, dass man depressiv ist, ist eine der schwersten Sachen der Welt. Es ist wie beim Abhängigsein, man bemerkt es gar nicht selbst. Und andere Menschen sagen einem das selten ins Gesicht. Schade eigentlich, da doch erst das bewusste Erkennen hilft, eine Depression anzugehen und endlich wieder das Leben in vollen Zügen genießen zu können. Ich habe es selbst erkannt, was mir extrem viel bedeutet. Ich dachte, dass ich die Depression in Deutschland gelassen habe. Ich dachte, dass ich meine depressiven Gedanken durch eine Therapie auf Seelenebene beseitigen konnte. Doch jeden Tag wundere ich mich, wieso ich den Moment nicht genießen kann. Wieso ich so selten mein Lachen genießen kann. Wo die Motivation hin ist, wenn ich sie doch so gern hätte. Warum ich über alles und jeden meckere. Warum ich immer gleich genervt bin.

Depression erkennen

Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Wort fachmännisch erklären kann. Aber das würde auch niemandem etwas bringen und schnell zu Langeweile führen. Außerdem gibt es davon haufenweise Bücher und Ratgeber online wie auch als Bücher. Weiter unten stelle ich euch ein paar vor, die dir helfen könnten.

 

Ich habe beschlossen, es einfach mal aus meiner Sicht zu beschreiben. In Gefühlen. Denn die kennen wir alle. Ich möchte es verständlich beschreiben. Nicht nur für die, die es kennen, sondern auch Personen, die sich darunter nichts vorstellen können. Und vielleicht auch für die Traurigen unter uns, die gar nicht wissen, wieso sie traurig sind. Das ist nämlich schon der erste Punkt.

1. Ohne Grund traurig sein

Du bist nicht ohne Grund traurig, da immer ein Gedanke ein Gefühl verursacht. Oder ein Gefühl einen Gedanken. Aber grundlos traurig sein ist trotzdem möglich, wenn du nämlich über Dinge nachdenkst, die nicht sein müssen. Du machst dich also unnötig traurig. Ich kenne das aus manchen Phasen meines Lebens, wenn die Depression stärker war. Dann saß ich an einem Schreibtisch oder lag im Bett und wusste nichts mit mir anzufangen. Negative Gedanken beherrschten meinen Kopf und wie in einem Strudel wurde ich tiefer hineingesaugt. Die Gedanken wurden stärker, machten mich dermaßen traurig und irgendwie war ich dann gefangen und folgte einfach dem Strudel. Das war einfacher als sich dagegen zu wehren. Schon in wenigen Momenten war ich eingesperrt in einer Welt aus Gedanken, die niemals Realität werden würde. Und doch war die Traurigkeit echt.

Auf meiner Reise wurde mir bewusst, wie stark alles von unseren Gedanken abhängig ist.

 

"Was ich denke, werde ich einmal sein."

 

 

Doch eine Depression ist wie eine Glaswand, durch die man zwar alles sieht und verstehen kann, aber einfach nicht imstande ist, durch sie hindurchzugehen. Ich sage später noch etwas dazu.

2. Aufgeben

Bei einer Depression machst du dich klein und unwichtig. Die bereits genannten Gedanken degradieren dich zu jemandem, der es nicht wert ist, seine Probleme auf andere abzuladen. Jegliche Hürden kommen dir dann, als kleiner Wicht, unüberwindbar vor. Dass der Ursprung dieser Unüberwindbarkeit aber in dir selbst liegt, siehst du in dem Moment nicht. Du gibst einfach auf, drehst um und gehst. Du hast das Gefühl, egal wohin du schaust, überall sind riesige Mauern, hinter denen all die Dinge warten, die dir Glück versprechen. Aber du fühlst dich kraftlos und deine Ziele rücken in die unendliche Unerreichbarkeit

Würdest du in solchen Momenten in einen Spiegel schauen, würdest du realisieren, dass du ein Löwe bist und kein Kätzchen.

 

 

3. Motivationslos

Wie gelähmt sitzt oder liegst du in deinem Zimmer. Du hast so viele Dinge zu erledigen, Wäsche waschen, Einkaufen, Freunde treffen und mehr. Deine To-Do-Liste rattert in deinem Kopf. Doch dein Körper bewegt sich nicht. Du willst aufhören zu weinen und einfach mal lächeln, aber deine Mundwinkel gehorchen dir nicht. Fast so, als wäre die Anziehungskraft bei ihnen stärker. Du denkst an all die Dinge, die du tun möchtest, willst einer tollen Idee folgen, doch dein Körper steht nicht auf. Die Gedanken erdrücken dich, lassen dich schwer fühlen und dich schlussendlich nach dem Sinn hinter all den Aktivitäten fragen. Nach dem Sinn des Lebens. Doch den kannst du in der Düsternis gar nicht erkennen.

4. Eine Belastung für alle

Je öfter du diesen erdrückenden, zerstörerischen Gedanken folgst, desto mehr wird es deine Realität. Du verlierst deinen Selbstwert, bist dir selbst nichts mehr wert. Und dann fragst du dich natürlich, warum andere in dir einen Wert sehen sollten. Du fühlst dich immer mehr wie eine Belastung für Freunde und Familie, die du nur mit deiner Traurigkeit ansteckst. Du willst niemandem zur Last fallen mit solchen nichtigen Problemen. Es gibt Schlimmeres. Und so entfernst du dich von nahe stehenden Menschen, verkriechst dich in deinem Zimmer und versinkst tiefer und tiefer im Gefühlsstrom.

Gründe - Warum bist du depressiv?

Ich glaube, es ist wie bei einem Traum: Du weißt nie so recht, wann und wo genau es angefangen hat. Depressive Gedanken sind anfangs winzig. Erst über die Zeit, die du ihnen gibst um heranzuwachsen, werden sie zu dieser Gefahr. Je früher es anfängt, desto mehr glaubst du, Traurigkeit, das Gefühl zu klein zu sein oder Motivationslosigkeit wären normal.

Ich kann dir nicht sagen, wann ich das erste Mal realisiert habe, dass ich mich mit meinen Gedanken selbst niedergemacht und zerstört habe. Ich weiß, dass ich Phasen hatte, in denen es richtig schlimm war. Aber damals habe ich nicht nach den Ursachen für mein Verhalten gesucht. Ich glaube, dass das wenige der betroffenen Menschen tun in diesen Momenten.

Ich persönlich habe keinen einzelnen Grund, wie die Depression in mich kam. Ich habe es mir nicht gewünscht und auch nicht gewollt. Ich denke, es kann gut sein, dass ich in der Kindheit mit einigen Problemsituationen nicht umgehen konnte (insbesondere dem Verlust meiner Freunde) und aufgrund dieser Überforderung schädliche Einstellungen dazu aufgebaut habe.

 

Wenn dich weitere Gründe interessieren (da ich hier ja kaum einen genannt habe), kannst du gern bei der Deutschen Depressionshilfe weiterlesen.

Maßnahmen - Was kannst du gegen Depression tun?

Erste Schritte

Einfach gesagt: Mach dir klar, dass eine Depression nicht DU ist. Es ist wie ein Umhang, der dich erdrückt. Du kannst ihn abwerfen. Was ich noch weiß: Du bist eine reine Seele, voller Licht und Liebe. Ja, das klingt erstmal bescheuert, aber mir persönlich hilft es oft, wenn ich mir sage, dass ich pures Licht bin. So unantastbar wundervoll und schön. Ich "bereinige" also meine negativen Einstellungen mit positiven. Das allein hilft nur minimal. Aber es ist ein Anfang. Mach dir klar, dass deine Gedanken deine Realität formen. Informiere dich über dieses Prinzip, wenn du noch nie davon gehört hast. Es hat mir sehr geholfen. Schau dafür doch mal in meinem Blogartikel Die Leichtigkeit des Seins nach, den ich in Australien geschrieben habe.

 

Mach dir klar, dass du der Einzige bist, der dein Leben im Griff hat und es in die Richtung ändern kann, die du einschlagen willst. Es gibt Hoffnung. Du bist nicht allein. Teile gern deine Gedanken oder deine Geschichte mit mir unten in den Kommentaren.

Weitere Schritte

Natürlich kannst du überlegen, ob du eine Psychotherapie eingehen willst. Je nach Grad deiner Depression wird die Therapie dann an dich angepasst. Ich habe mich ein halbes Jahr, bevor ich losgereist bin, für eine Therapie entschieden. Sie hat geholfen. Und Geld gibt es von den meisten Krankenkassen auch zurück.

Was ich aber jedem empfehle, der sein Leben bunter gestalten will und seine Freude wieder zurückfinden will, ist eine Sitzung bei Ramon Gartmann. Auch über ihn habe ich schon einiges in meinem Blog geschrieben. Was er kann, ist unglaublich, aber wahr. Informiere dich über meine Therapie über Skype und schau auf seiner Internetseite www.fanganzuleben.com vorbei. Ich kann dir versprechen, dass er dir weiterhelfen kann, egal, wie schlimm deine Lage ist.

Buchempfehlungen

Gefällt dir mein Schreibstil? Oder die Tatsache, dass ich irgendwie eine Mischung aus depressiv und inspirierend bin? Dann kannst du gern meinen Blog durchstöbern, in dem ich viele meiner Erkenntnisse mit meinen Lesern teile. Darüber hinaus habe ich im Februar 2019 das Buch Mal eben leben - Ein Reisebericht über Selbstfindung auf Reisen geschrieben. Es beinhaltet wundervolle Ansichten über die Welt und wie ein aufrichtiger Mensch sie sieht.

 

Aber ich möchte auch andere Autoren empfehlen, denn zu dem Thema gibt es, wie gesagt, sehr viel Lektüre. Das erste Buch hilft dir, die Depression aus eigener Stärke anzugehen. Das zweite beschreibt Depression ausführlich und das dritte Buch nennt dir viele wundervolle Gründe, die das Leben lebenswert machen.

Entscheide dich selbst, ob dir eines dieser Bücher interessant genug vorkommt. Oder suche dir einfach auf Amazon selbst ein Buch über Depressionen heraus. Es gibt noch viel mehr Internetseiten, auf denen über Depression geschrieben wird. 



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Kommentare: 1
  • #1

    Kristine Messenbrink (Mittwoch, 06 März 2019 11:01)

    Hallo Martin, oh je, Dir bleibt ja so gar nichts erspart. Eine Depression ist schlimm. Ich hoffe, Du findest einen Weg daraus. Deine Erzählungen haben mich an ein Buch erinnert. Vielleicht solltest Du einen Ashram aufsuchen. Vielleicht kann Dir das helfen. Herzliche Grüße aus Deutschland von Kristine Messenbrink
    Hier der Link zu dem Buch. Der Bestseller wurde mit Julia Roberts in der Hauptrolle auch verfilmt. https://wasliestdu.de/elizabeth-gilbert/eat-pray-love