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Open Water Tauchkurs mit SSI

Mittlerweile habe ich den Schock der Delfinjagd verdaut. Und mittlerweile ist schon wieder eine Menge passiert. Zum Beispiel habe ich Dustin verabschieden müssen. Er ist vor einer Woche abgeflogen. Ich blieb in Denpasar zurück, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Doch, wenn ich eins vom Reisen gelernt habe, dann dass Abschiede das Normalste sind. Das Gefühl, das ich immer habe, wenn etwas zu Ende ist, sagt mir, dass etwas Schönes vorbeigeht und dass ich auch kurz traurig sein darf. Dann denke ich immer direkt an all die Dinge, die vor mir liegen und auch an die, die ich noch gar nicht weiß. Denn die Welt steckt voller ungeplanter Begegnungen und unvorhergesehener Änderungen im Reiseverlauf.

Ich möchte heute aber auf meinen Tauchkurs eingehen, den ich endlich absolviert habe. Ich war lange auf der Suche und verglich die Preise. Obwohl ich sogar eine deutsche Tauchschule fand, entschied ich mich Wochen später für Dive Concepts Bali. Dieses Tauchzentrum hat 3 Standorte auf Bali und auf das nordwestliche in Pemuteran stieß ich, als ich meine Rundfahrt um Bali vollendete. Ich erfuhr von der kleinen Insel Menjangan, vor der es die wundervollsten Korallen geben sollte. Anstatt eine teure Schnorcheltour zu machen, klapperte ich alle Tauchzentren ab. Mich hatte erst noch abgeschreckt, dass SSI ein anderer Anbieter war als der weltbekannte PADI, nach welchem wahrscheinlich 90% der Taucher ihren Tauchschein machen. Doch mir wurde versichert, dass am Ende das Gleiche herauskam. So bezahlte ich etwa 220€ für den 3-tägigen SSI Open-Water-Kurs bei Dive Concepts. Dieser erlaubt mir nun 18 Meter tief zu tauchen. Natürlich immer mit einem Begleiter, denn alleine tauchen sollte man aufgrund der eventuellen Gefahren niemals. Aber erstmal solltet ihr wissen, wie das alles so ablief.

Ich lernte am ersten Tag meine Tauchlehrerin kennen. Camille war 24 Jahre alt und wirkte sofort super sympathisch. Ich freute mich auf die Zusammenarbeit. Direkt am ersten Tag durfte ich mir ein 1,5 stündiges Video von SSI anschauen, in dem ein paar Grundlagen erklärt wurden. Ein bisschen Werbung für das eigene Equipment war auch dabei, aber das störte mich nicht weiter. Nach dem Video gab es eine Pause, in der ich mein Mittag aß. Als ich zurückkehrte, ging es mit voller Ausrüstung in den Pool für die ersten Sicherheitsübungen. Aber halt, so schnell ging das gar nicht. Wir saßen erst noch lange am Rand, denn Camille musste mir die Technik erklären, die mir unter Wasser das Atmen erlaubte und für die Sicherheit sorgte. Wisst ihr, beim Tauchen gibt es eine Weste, von der ich erst nach dem Tauchlehrgang verstand, dass sie die Schwimmblase der Fische nachahmt. Die Luft kann dort hinein und wieder entweichen, sodass man mit etwas Übung im Wasser schweben kann – genau wie Fische.

Den Sinn der einzelnen Ausrüstungsteile verstand ich gut, sodass wir dann endlich in den Pool konnten, mit einem großen Schritt plumpste ich hinein. Ich weiß, dass manche von euch Probleme mit dem Atemgerät oder der Maske haben. Das kann natürlich dazu führen, dass ihr gegen eure Angst kämpfen müsst oder sich Panik in euch breit macht. Mich allerdings hat es nicht mal gestört, als ich die Maske unter Wasser komplett abnehmen und wieder aufsetzen sollte. Nur meine Kontaktlinsen musste ich danach erstmal 2 oder 3 Minuten suchen (grins). Dann ging es weiter mit anderen wichtigen Übungen, die man für den Notfall draufhaben sollte. Da der Pool mit ziemlich kaltem Wasser gefüllt war, fingen wir beide schnell an zu frieren.

Nichtsdestotrotz war es ein gelungener Start, der mir direkt das Gefühl gab, dass ich unter Wasser am richtigen Fleck war. Abends las ich die Theorie, die es von SSI, anders als bei PADI, direkt in einer App gab. Es war wirklich extrem interessant. Zum Beispiel, dass der Druckunterschied in den ersten 10 Metern unter Wasser am stärksten ist, weshalb man den Druck in den Ohren sehr oft ausgleichen muss. Tiefer als 10 Meter muss man nur noch echt selten ausgleichen. Ich wusste auch nicht, dass der Druck alle 10 Meter um 1 Bar steigt. Unvorstellbar, wie hoch der Druck in 100 Metern Tiefe ist. Ich lernte auch, dass es für Taucher nur 2 Gefahren gibt, die lebensgefährlich werden könnten. Diese möchte ich euch am Ende dieses Artikels mitteilen.

Die Vorfreude auf den nächsten Tag mit den ersten zwei richtigen Tauchgängen im offenen Meer wurde jedenfalls die ganze Zeit von nichts und niemandem getrübt. Ich wollte meine Aufmerksamkeit auf die Vorbereitung der Ausrüstung legen, vor allem, weil ich Camille sonst ein Bier schuldete, wenn ich vergaß, die Safety Strap um den Gastank zu legen (Insider). Auf dem Boot war das Anlegen der Ausrüstung schon mal etwas anders. Außerdem sollte ich mich kopfüber ins Wasser fallen lassen. Doch, wie ein Wunder, war auch das kein Problem. Es war nicht mal ein komisches Gefühl. Ich habe keine Ahnung, ob das normal ist oder ob ich einfach dafür geboren bin, aber ich mag es sogar. Ich muss echt grinsen, wenn ich das schreibe, weil sich die meisten Leser bestimmt nicht vorstellen können, dass es toll ist, mit einer schweren Aluminium-Flasche kopfüber ins offene Meer zu hüpfen.

Der erste Tauchgang war ein kompletter Erfolg. Ich sah so viele interessante Tiere, wie noch nie zuvor. Ich musste mich zwar stark auf das Ausgleichen des Auftriebs konzentrieren, was wahrscheinlich sehr unbeholfen aussah, doch trotz allem entdeckten wir eine Moräne, Clownfischen in ihren geliebten Anemonen oder drei verschiedene Arten von Seesternen.

Das Tauchcenter ist gleichzeitig ein Restaurant und Resort für Urlauber. Hier wird viel Französisch gesprochen.
Das Tauchcenter ist gleichzeitig ein Restaurant und Resort für Urlauber. Hier wird viel Französisch gesprochen.
Hier werden alle Sachen aufbewahrt, von Flossen, über Tauchanzüge und Sauerstoffflaschen (in denen ist eigentlich ganz normale Luft)
Hier werden alle Sachen aufbewahrt, von Flossen, über Tauchanzüge und Sauerstoffflaschen (in denen ist eigentlich ganz normale Luft)
Hier werden die Sachen vom Salzwasser gereinigt, sonst hält sich das alles nicht lange oder die Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet.
Hier werden die Sachen vom Salzwasser gereinigt, sonst hält sich das alles nicht lange oder die Sicherheit ist nicht mehr gewährleistet.
Das nenne ich mal einen gemütlichen Bus. Aber so sieht hier fast alles aus, und fahren kann er!
Das nenne ich mal einen gemütlichen Bus. Aber so sieht hier fast alles aus, und fahren kann er!

Auch der zweite Tauchgang verlief wunderbar. Ich musste sogar einmal meine Maske abnehmen und eine Weile unter Wasser schwimmen, bevor ich sie wieder aufsetzen durfte. Das klingt echt etwas verrückt, muss ich ehrlich zugeben.

Am dritten Tag folgten die letzten zwei Tauchgänge, in denen ich mit dem Auftriebsausgleich schon gar nicht mehr so große Probleme hatte. Ich weiß noch, dass Camille kopfüber tauchen konnte, um unter die großen Korallenteller zu schauen. Ich wollte das auch können, das sah super gelassen aus! Am dritten Tag folgten die letzten zwei Tauchgänge, in denen ich mit dem Auftriebsausgleich schon gar nicht mehr so große Probleme hatte. Ich weiß noch, dass Camille kopfüber tauchen konnte, um unter die großen Korallenteller zu schauen. Ich wollte das auch können, das sah super gelassen aus! Als wir zurückkehrten, gab es noch eine ordentliche Portion Theorie, damit Camille auch sichergehen konnte, dass ich den Kurs wirklich bestand. All die Fragen über den Wasserdruck und die verschiedenen Namen der eventuellen Gefahren, waren etwas verwirrend, doch ich konnte die 50 Fragen des Theorietests meistern und erhielt den Tauchschein in Form einer Karte, die ich vor Freude triumphierend in die Höhe hielt. Es war leichter als gedacht. Und der Grund, wieso ich euch diesen Artikel schreibe, ist:

Jeder, der auch schon mal ans Tauchen gedacht hat, sollte es probieren, einfach machen. Es als Chance sehen, eigene Ängste zu überwinden, um eine Welt zu entdecken, die einem anderen Planeten gleicht. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl durchs Wasser zu schweben und immer wieder neue Arten von Fischen zu entdecken. Einfach faszinierend! Und meiner Meinung nach solltet ihr es mit SSI machen, da am Ende dasselbe herauskommt, für weniger Geld. Ich finde die Theorie sinnvoll aufgebaut, interessant und man lernt das ein oder andere über die wichtigste Flüssigkeit der Erde – Wasser. Und sollte jemand von euch auf Bali seinen Tauchschein machen wollen, kann ich euch Dive Concepts nur weiterempfehlen. Vor allem in Pemuteran ist es sehr persönlich und ruhig, man kann sich voll auf das Tauchen konzentrieren. Ich hatte eine 1:1 Betreuung und das ist nicht überall so. Wer also diese Vorzüge bei seinen ersten Tauchgängen genießen will, könnte durchaus im Nordwesten Balis glücklich werden.

Nun ich bin ich – anderthalb Wochen später – auf der Insel Lembongan, die östlich von Bali liegt, sehr nahe an Nusa Penida. Auch hier gibt es ein Dive Concepts Tauchzentrum. Eigentlich hatte ich vor, 8 Tauchgänge zu absolvieren, damit ich mehr Übung und Sicherheit beim Tauchen bekomme. Doch ich wurde gefragt, ob ich den anschließenden Tauchkurs mache. Und wisst ihr, warum ich mich dafür entschieden habe? Weil mir meine Intuition den Weg gewiesen hat. Weil das Außen den Weg gewiesen hat. Ich habe nach dem Tauchen nämlich Musik gehört und immer, wenn ich auf die Titel achtete, hatten sie etwas mit dem Meer zu tun. Echt verrückt, oder? Synchronizität nennt man das. Zudem habe ich auf mein Gefühl gehört und es sagte mir, dass ich mich unter Wasser genauso wohlfühle wie an Land. Das geht nicht allen so, das musste ich mir erst klarmachen. Ich bin also auf dem richtigen Weg, was?

 

Ich sitze gerade in einem Restaurant auf Lembongan, nachdem ich heute 3 Tauchgänge absolviert habe. Der erste ging sogar 30 Meter tief. Morgen gibt es zwei weitere, nach denen ich dann das Advanced Adventurer Abzeichen bekomme. Mit diesem kann ich für den Advanced Open Water Tauchschein vorarbeiten. Ich werde wahrscheinlich endlich die erhabenen Mantarochen sehen und mit etwas Glück die riesigen Mola Fische.

 

Jedenfalls bin ich sehr glücklich mit meiner Entscheidung, den Tauchschein gemacht zu haben, in Pemuteran, mit SSI, mit Dive Concepts. Ich könnte mir sogar vorstellen, den Dive Master zu machen, um irgendwann anderen Menschen beim Tauchschein zu helfen.


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